zwischen ministeriellen Vorschriften und Unterrichtsplanung
Europa braucht mehrsprachige Bürgerinnen und Bürger. Die Kommunikation in den Fremdsprachen gehört zu den Schlüsselkompetenzen, die notwendig sind, um Menschen zu integrieren, deren Muttersprache sich von der Sprache des Ortes unterscheidet, wo sie leben, lernen und arbeiten.
Das Interesse der europäischen Institutionen am Fremdsprachenerwerb begann 1971 mit dem Projekt Moderne Sprachen, setzte sich mit der Ausarbeitung der Kontaktschwellen fort und mündete schließlich in den Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen, der die Grundlage des heutigen schulischen Fremdsprachenlernen bildet.
In Italien wollte man den europäischen Anregungen mit einer Reihe von Reformversuchen folgen. Diese erschütterten die Lehrpläne für Fremdsprachen stärker als die der anderen Fächer. Obwohl sie vom Ministerium eingeladen worden waren, ließen sich die Verbände der Fremdsprachenlehrkräfte nicht in eine Konsultation einbinden, die verlangte, sich zu den vom Ministerium ausgearbeiteten Vorschlägen zu äußern. Sie hielten es nicht für möglich „das Unverbesserliche zu verbessern“. Um zu verhindern, dass unbefriedigende „neue Leitlinien“ als Staatsgesetz erlassen würden, erarbeitete der Lehrerverband lend (Lingua E Nuova Didattica) in einer kritisch-konstruktiven Stellungnahme einen eigenen Vorschlag für curriculare Leitlinien. Die Leitlinien für den Lehrplan für den ersten Bildungszyklus, die der Minister am 4. September 2007 offiziell vorstellte, stützen sich auf den von lend vorgeschlagenen Aufbau. Die konkrete Definition der Inhalte und der Lernziele bleibt Aufgabe der Lehrenden.